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Christian "Brennus" Mairitsch
Die Soldknechte Compania Carantania

Christian "Brennus" Mairitsch
Bei Schaukämpfen kann schon mal was ins Auge gehen... oder tiefer...

Simone Huber
Spielweib Rowanne und Mattia vom Gsindl munkelten ÄHM sangen und spielten im Dunkeln

Simone Huber
Frowin der Gaukler brachte Licht ins Dunkel

Christian "Brennus" Mairitsch
Ehrung der Teilnehmer

Christian "Brennus" Mairitsch
Beim Seilziehen werden enorme Kräfte entwickelt

Simone Huber
Auch ein paar Marktstandler boten ihre Waren feil


6. Kärntner Rittermehrkampf
Familienspaß im Fürstenhof Friesach
Simone "Mone" Jatropulus
30.11.2011 13:50

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Ergebnisse der Berwertung

Fotogalerie

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Bereits zum 6. Mal luden die Soldknechte Compania Carantania zum Kärntner Rittermehrkampf. Anno domini 2011 lockte die Klagenfurter Söldnertruppe mit einem neuen Veranstaltungsort, dem wohl bekannten Fürstenhof in Friesach. Wie jedes Jahr, fanden sich illustre Teams, um den Titel zu ergattern: Diesmal mit Preisen wie Hirter-Bier, Brett- und PC-Spielen, Ladyshaves … was Mittelalterbegeisterte eben so nötig haben!

Mit Ausnahme des Spätnachmittags am Samstag, der von schweren Regenfällen geprägt war, hielt sich das Wetter dieses Jahr ausgesprochen gut. Der Sonntag verlief unter strahlend blauem Himmel, während es im Großteil des restlichen Kärntens wie aus Eimern schüttete. Rund 1.000 Besucher erfreuten sich am Rittermehrkampf, bei dem wie üblich kein Eintritt verlangt, sondern nur um eine freiwillige Spende gebeten wurde. Dies sollte auch Menschen mit weniger Interesse am Mittelalter anlocken und nicht zuletzt auch jenen, die gerade knapp bei Kasse sind, ein solches Fest ermöglichen!

Neuer Ort – Neues Glück

Nach Austragungsorten wie der Burgruine Leonstain in Pörtschach, Burg Glanegg, Burg Taggenbrunn und einem großen Sportplatz im Herzen Klagenfurts, setzten die Soldknechte heuer erstmals auf die historische Stadt Friesach – der Fürstenhof wurde zum neuen Veranstaltungsort auserkoren. Gemeinsam mit dem Verein 'Mittelalterliches Friesach' machte die Compania Carantania den Schlosspark für zwei Tage zur Arena, gesäumt von großteils heimischen Händlern – ein Platz mit wunderbarem Ambiente. Die Infrastruktur hinsichtlich Wasser und Toiletten vor Ort war ausgezeichnet, die Gastro ließ nichts zu wünschen übrig. Auch Lagernde waren heuer wieder mit von der Partie – und wer auf Grund der nächtlich immer kälter werdenden Temperaturen nicht im Freien schlafen wollte, der konnte es sich nach Anbruch der Dunkelheit in der nahen Schule gemütlich machen.

Der Verein 'Mittelalterliches Friesach' arbeitete eng mit den Soldknechten Compania Carantania zusammen, um den Rittermehrkampf 2011 zum Erfolg zu machen. Vor allem beim Marketing waren die Friesacher stark involviert, stellten den Austragungsort mit Gastronomie und ausgereifter Infrastruktur, kümmerten sich um die Händler und zeigten mit ihrer großen Fanfarentruppe Flagge. Seitens der Soldknechte hörte man ausschliesslich Begeisterung und Freude ob der ausgezeichneten Zusammenarbeit.

Die Bewerbe

Unter den Bewerben waren Klassiker wie Seilziehen, Staffellauf und Minnegesang zu finden. Das Eierwixxen entpuppte sich auch heuer wieder als Publikumsliebling – hier galt es, in immer größer werdenden Abständen ein rohes Ei zu werfen und zu fangen, ohne dass es Schaden nahm. Ein neuer Bewerb, genannt „Achtung Furz!“, wurde erstmals Zusehern und Teilnehmern präsentiert. Von Mitgliedern der Compania Carantania am Mittelalterfest Kaprun ersonnen (laut Aussage eben jener vermutlich aus lauter Langweile unter der heissen Sonne zustande gekommen), ging es hierbei darum, mit dem Allerwertesten die Namen historischer Persönlichkeiten in die Luft zu schreiben, welche wiederum vom restlichen Team erraten werden mussten. Und so kam es, dass dutzende Gäste auf das – mal mehr, mal weniger –  knackige Hinterteil eines Teammitgliedes starrten und verzweifelt versuchten, dessen Popo-Tanz zu entschlüsseln, wobei man bei „Walter von der Vogelweide“ schwer ins Schwitzen geraten konnte… Die Erfinder erheben übrigens keinerlei Anspruch auf das Copyright des Spieles und laden herzlich zum Mitspielen und Nachmachen ein – ein Spaß für die ganze Familie! Und der Name erklärt sich von selbst, zumindest wenn man die Soldknechte kennt...

Programm & Unterhaltung

Für Spass, Gaukelei und das abendliche Spiel mit dem Feuer sorgte das Allroundtalent Frowin, für die musikalische Untermalung das Spielweib Rowanne, welche beim Abendkonzert durch Mattia vom Kärntner Gsindl unterstützt wurde. Die Soldknechte zeigten ihren neuesten Schaukampf – eine sehr klassische Geschichte, in der es sich um die junge Tochter eines Händlers und einen Stalljungen dreht. 'INDES', der Salzburger Verein historischer, europäischer Kampfkunst, führte auf einem eigenen Trainingsplatz die Kunst des Schwertfechtens vor und lud zum Mitmachen ein. Der Verein 'Mittelalterliches Friesach' sorgte mit Bogenschießen und Spielen bei Groß und Klein für Kurzweil. Eine kleine Abordnung der Draconis Cognatio wie auch Ferrum Friesacum und Soldknechte lagerten vor Ort, letztere boten ein schönes Schaulager, in welchem sie auch einen kleinen Mittelalterflohmarkt mit Schwertern, Holz-Übungsdolchen, Helmen und Gewandungen abhielten.

Ein paar – zumeist heimische – Händler waren auch vorzufinden. Leder und Holzwaren bot Janosch Door an, Jana Eitner ätherische Öle und Süßes gab es von Sponner Nüsse. Monika Steiner sowie Elke Egger waren mit Mineralien vertreten. Die Caritas Friesach, Spartakus Kazikg und die Waydwerker waren ebenfalls mit Ständen vor Ort. 

Platzierungen

1. Platz: INDES - historische europäische Kampfkunst; 21 Punkte
2. Platz: Turnverein Friesach; 26 Punkte
3. Platz: Tennishelden aus Klagenfurt, 30 Punkte
4. Platz: Ampfiteam, 33 Punkte
5. Platz: Ferrum Friesacum, 41 Punkte
6. Platz: Verein Mittelalterliches Friesach, 52 Punkte

Tagessieger am ersten Tag wurde Indes mit 10 Punkten; am zweiten Tag die Tennishelden mit 9 Punkten.

Erfreulich, dass auch Urgesteine des Rittermehrkampfes nach einer Pause im letzten Jahr wieder anzutreffen waren: die Ampfitamine – pardon – das Ampfiteam. Die beliebten Pörtschacher waren von Anfang an, jahrein, jahraus beim RMK dabei und schlugen sich auch trotz diverser Verletzungen immer wieder wacker – und dies soll mit diesen Zeilen hier gewürdigt werden.

Stimmen der Compania

Zitat Marcel Dorfer, Hauptmann der Compania Carantania:
„Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Verein Mittelalterliches Friesach, der Friesach Veranstaltungs GmbH und der Stadt Friesach ist uns Soldknechten mit dem 6. RMK eine gute Veranstaltung gelungen. Aufgrund der Erfahrungen besonders des letzten Jahres haben wir an einigen Stellen Verbesserungen vorgenommen, die durchaus auch Früchte getragen haben. Vor allem wurden deutlich mehr Werbemaßnahmen in den Printmedien sowie im Fernsehen durchgeführt, da in Kärnten im Herbst so viele andere Veranstaltungen parallel laufen. Von der Bevölkerung Friesachs wurde das Fest gut angenommen, am Samstag kamen knapp 700 Besucher, vor allem Einheimische. Am Sonntag drohten uns leider Unwetter, die aber erst nach Veranstaltungsende eintraten, was dennoch und offensichtlich Besucher aus dem weiteren Umkreis (Klagenfurt, Feldkirchen usw.) abgeschreckte, sodass nur knapp 300 Zuseher kamen, was leider doch deutlich unter den Erwartungen lag. Unsere Schaukämpfe, Fechtvorführungen und Bewerbe ernteten viel Lob und Anerkennung. Es gab zwar nur sechs Teams (drei davon aus Friesach), diese waren dafür fast vollständig in maximal möglicher Mannschaftsstärke. Der Markt wurde dieses Jahr absichtlich kleiner gehalten. Der Fürstenhof hat sich als stimmiger Austragungsort bewährt und mittelfristig soll der RMK in Kärntens Mittelalterstadt Nr. 1, Friesach, dauerhaft etabliert werden. Die Vorbereitungen fürs nächste Jahr laufen bereits. Vom Charakter her soll der RMK eine überschaubare Mittelalterveranstaltung für die ganze Familie bleiben. Die Soldknechte leben und praktizieren den Idealismus, dass auch in Zeiten, in denen alles teurer wird, ein Mittelalterfest mit kaum Kommerz und bei freiem Eintritt möglich ist.“

Betreffend der Werbung ist von Seiten der Soldknechte zu hören, dass man im nächsten Jahr vor allem direkt im Ort mehr Plakatwerbung machen möchte. Das Budget für die Werbung ist im Verhältnis zur Veranstaltung nicht allzu groß – viele Veranstalter kennen dieses Problem – dennoch wurden diesmal einige Plakate in Friesach aufgehängt.

Stimmen der Besucher

Auch in diesem Jahr befragte die Redakteurin einige Marktbesucher, in zivil oder auch gewandet, nach ihren Eindrücken. Die bereits im Vorjahr kritisierte, mangelhafte Werbung, war wieder ein Thema – viele Besucher hatten erneut nur durch Mundpropaganda vom RMK gehört und beschwerten sich, keine Plakate gesehen zu haben. Nur wenige gaben an, das Event in der Zeitung entdeckt zu haben. Ein weiterer, oft gehörter Kritikpunkt war die mangelnde Beschilderung bei der Anfahrt. Positiv reagierten die Besucher vor allem auf die sauberen WC-Anlagen und die Gastronomie, auch das Ambiente wurde oft gelobt. Gewandete Besucher bemängelten, dass Authentizität beim RMK nach wie vor nicht sehr groß geschrieben wird und die ausgewählten Händler wenig für Mittelalter-Darsteller zu bieten hatten.

Epfehlenswerter Familienspaß

Spiel, Spass und Spannung im mittelalterlichen Flair für die ganze Familie.


Weiterführende Links:




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