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Bildquelle: Themenpark Weltentor
Die Wehranlage - das größte Bauwerk im Park

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Auch ein Piratenschiff liegt in Weltentor auf Grund

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"Echte" Zwerge bei der Arbeit

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Jeden Tag ziehen alle Künstler durch den Park zum Turnierplatz

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Kampfvorführung zu Pferde

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Beim Gampfballturnier beweisen die Besucher ihr Geschick

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Die Burganlage wird beim LARP erstürmt

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Im Heerlager können die Besucher in Stockbetten übernachten

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Auch im Inneren der Gebäude wird auf Atmosphäre geachtet

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Auch private Feiern können im großen Zelt ausgerichtet werden

Der Themenpark Weltentor in Thüringen
LARP und Fantasy für die ganze Familie
4. 8. 2009 - 21:00
Julia Ries


In Ronneburg bei Gera in Thüringen, Deutschland, ist im Laufe des vergangenen Jahres der Themenpark Weltentor entstanden. Er bietet eine Mischung aus LARP-Schauplatz und Freizeitpark für die ganze Familie. Die offizielle Saisoneröffnung ging am 3. Juli über die Bühne. Was gibt es dort zu entdecken?

Mitten im Nirgendwo, auf einem ehemaligen Bundesgartenschau-Gelände bei Ronneburg in Thüringen, tut sich seit diesem Jahr so einiges. Auf einem riesigen Areal, das für die Gartenschau im Jahr 2007 erschlossen wurde, steht heute eine Wehranlage mit Zugbrücke und Burggraben, auf deren Türmen die Fahnen im Wind wehen. Doch die Burg ist nicht das einzige beeindruckende Bauwerk, das hier in den letzten Monaten Formen angenommen hat.

Der Besucher findet sich, nachdem er am Eingang des Parks das Weltentor durchschritten hat, in einer Fantasiewelt wieder, die abwechslungsreicher und faszinierender kaum sein könnte. Vorbei an der Karawanserei, einer kleinen Oase mit Teezelt und Wasserstelle, gelangt man zum gestrandeten Piratenschiff Esmeralda und einem Spielezelt, in dem man sich die Zeit mit mittelalterlichen Spielen vertreiben kann.

Doch handelt es sich hierbei nicht um einen einfachen Spaziergang: beim Eintreten in den Park werden den Besuchern die ersten Hinweise ausgehändigt, die sie benötigen, um in dieser neuen Welt auf einen Quest zu gehen und zahlreiche Rätsel zu lösen. Für Kinder werden die Rätselreisen in verschiedenen Schwierigkeitsstufen angeboten, so dass auch die ganz Kleinen, mit ein wenig Hilfe, ihren ganz eigenen Weg durch den Park finden können, der sie zum Dorf Karaslan, dem Friedhof oder dem Zwergenstollen führt, der übrigens von "echten" Zwergen bewohnt wird.

Für Abwechslung und Unterhaltung ist stets gesorgt

Ich selbst hatte das Vergnügen, als Musikerin im Gefolge von Angus von Ardingen zum Weltentor zu fahren, denn den Besuchern wird an jedem Wochenende auch ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm mit Live-Musik und Magie geboten. So hatte wir auch nicht wenig zu tun, weil wir im Stundentakt an immer anderen Orten unterwegs waren, um die Besucher zu unterhalten, die sich über den Park verteilt an verschiedenen Ess- und Trinkständen niedergelassen hatten. Außerdem ziehen Musiker und Mitarbeiter von Weltentor zweimal täglich (möglichst laut) durch den Park, um die Besucher zum Reiterturnier oder zum Gampfballspiel in die Arena zu führen. Am Abend treffen sich dann meist alle Künstler in der Burganlage zum Tavernenspiel, wo sie noch einmal Gemeinsam ihr Können (oder wenigstens ihren guten Willen) unter Beweis stellen.

Spaß für Kinder und Erwachsene

Der Themenpark Weltentor ist für ein breites Publikum ausgelegt, von Familien mit Kindern bis hin zu echten LARP-Fans, die hier die perfekte Kulisse für ihr Spiel vorfinden, inklusive der Handlung, die von den Park-Mitarbeitern geführt wird. Auch neue Charaktere können hier entwickelt werden - inklusive Kampftraining und Ausrüstung.

Aber auch die "normalen" Besucher können ihre Geschicklichkeit in verschiedenen Disziplinen wie Bogenschießen, Axtwerfen und Schwertkampf unter Beweis stellen, während sich die Kinder auf dem Spielplatz oder im Strohballenlabyrinth austoben.

Wer möchte, kann sogar in einem der Zelte im Heerlager der Burganlage übernachten und bis spät in die Nacht Abenteuer erleben - meiner persönlichen Erfahrung nach etwa bis zwei Uhr, da gingen unsere Nachbarn ins Bett. Grade die Übernachtung auf dem Gelände machte - auch für uns - das Wochenende zu einer echten Auszeit vom Alltag und einer Reise in eine andere Welt.

Nachhaltigkeit ist Teil des Konzepts

Neben dem Unterhaltungswert, den der Park seinen Besuchern bietet, haben sich die Gründer von Weltentor aber auch das Motto Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. Es geht also auch um einen schonenden Umgang mit natürlichen und wirtschaftlichen Ressourcen, der dem Besucher näher gebracht werden soll. Hier möchte ich vor allem die artgerechte Haltung von verschiedenen Tierrassen auf dem Parkgelände erwähnen, die natürlich den positiven Nebeneffekt hat, dass man dort Arten bestaunen kann, die man sonst vielleicht nicht zu Gesicht bekommt – wer von uns hat schließlich schon mal bei der Fütterung von Wollschweinen zugesehen?

Besucherzahlen werden entscheiden

Leider hat der Themenpark bereits jetzt mit großen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, hauptsächlich, weil eine vom Land Thüringen versprochene Förderung in erheblicher Höhe bisher nicht bei den Betreibern angekommen sein soll. Der Themenpark hatte bereits kurz vor der Eröffnung Insolvenz angemeldet. Das Team möchte jedoch trotzdem auf keinen Fall aufgeben, und dem großen Engagement der Mitarbeiter ist es zu verdanken, dass der Park ist bis Oktober jedes Wochenende für Besucher geöffnet ist und das umfangreiche Programm weiterhin mit nur kleinen Einschnitten geboten werden kann. Laut Zeitungsberichten sind die Löhne der 68 Mitarbeiter bis auf weiteres durch das Insolvenzgeld abgesichert.

Wie es mit dem Park nach diesem Jahr weitergeht, hängt wohl auch davon ab, wie sich die Besucherzahlen in Zukunft entwickeln und ob sich neue Investoren finden lassen. Ich kann aus eigener Erfahrung jedem Mittelalter-, LARP- und Fantasybegeisterten einen Besuch nur wärmstens ans Herz legen.


Weiterführende Links:


BERICHT AUS DARSTELLERPERSPEKTIVE
Dieser Bericht wurde von einem Darsteller verfasst. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim einreichenden Autor.




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1. Kommentar von Kai von Eggenburg am 05.08.2009 um 13:48

Als Liverollenspieler...
...muss ich sagen, dass das laut den Berichten, die ich gehört habe, nicht so toll ist, wie das im ersten Moment vielleicht kling.

Normalerweise mietet man sich für ein Liverollenspiel ein Gelände bzw. Räumlichkeiten, und ist dann dort für die Dauer des Spiels für sich allein, ohne Zuschauer. Das hat zum einen den Sinn, ein leichteres Eintauchen in die Spielatmosphäre zu ermöglichen, zum anderen, dass man nicht jedesmal irgendwem Unbeteiligten erklären muss, was man da gerade für mehr oder weniger eigenartige Sachen macht - und man fühlt sich schlicht und einfach nicht dauernd beobachtet.

Die Betreiber von Weltentor stellen sich das laut Beiträgen in einem deutschen LARP-Forum offenbar so vor, dass die Liverollenspieler ihr Spiel neben den normalen Besuchern (und zu deren Unterhaltung!) durchführen sollen. Und das ist (siehe oben) nicht üblich, und auch nicht der Sinn des Ganzen.

Des weiteren besteht das Gerücht, dass seitens der Betreiber von den "NSCs" (= die Personen, denen die Spieler im Laufe des Spiels begegnen, und die von der Spielleitung bestimmte Vorgaben haben) erwartet wird, dass die sich freuen, "ihr Hobby kostenlos auszuleben" - sprich, da werden/wurden zumindest manche für ihre Arbeit damit abgespeist, dass sie "kostenlosen Eintritt" haben, aber Bezahlung gabs keine. (Wie war das nochmal mit den Gruppen auf den Mittelaltermärkten, die gratis arbeiten?... *grml*)

Also als Besucher mag das ganz reizvoll und ein netter Ausflug sein - aber mit Liverollenspiel hat das Konzept letztlich nichts zu tun.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


2. Kommentar von Aeron of Glenmore am 05.08.2009 um 15:32

Nicht rechenbar
Als Besucher würde ich mir das schon einmal anschauen. Aber extra deswegen hinfahren muß ich von Wien nicht.

@Kai:
Nur von Liverollenspielern könnte sich das Ganze nicht tragen. Wenn man ein Live mit 100 Personen rechnet, und wenn jeder Spieler 20  Euro in die Kasse werfen würde, wären das pro Wochenende 2000 Euro (bei Vollauslastung). Alleine die Erhaltungskosten wären damit vielleicht abgedeckt, aber keinesfalls die Bauten und Kullisen, bzw. sonstige Investitionen.

Entweder ich mach einen Besucher-Park, oder ein Spiel-/Eventgelände. Anders hat das wohl keinen Sinn.

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3. Kommentar von Wiesentraut am 05.08.2009 um 16:10

Zu Kai
Wie schon erwähnt, würde sich das Projekt als Larp-Park allein einfach nicht tragen können, deshalb das Konzept eines Fantasy-Besucherparks. Die Betreiber hätten sich sicher gefreut, wenn das gegangen wäre, aber so viele Larp-Gruppen gibt es einfach nicht, dass sich der Park allein damit rechnen würde.
Soweit ich informiert bin, wäre die Weltentor-Leute aber durchaus nicht abgeneigt, das Gelände für größere Events zu vermieten, die dann ohne Zuschauer als reines Larp durchgeführt werden könnten, und dafür ist das Gelände ideal.
Abgesehen davon muss man Weltentor vielleicht wirklich im Moment als das nehmen, was es ist: ein Fantasy-Freizeitpark, und zwar ein wirklich schöner, in dem man nicht die immer gleichen Achterbahnen fahren kann, sondern in dem sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen einen Tag lang oder sogar länger mal etwas ganz anders erleben können. Ich war da, ich hab's geshen, ich bin begeistert.

Und zum Thema NSCs nicht bezahlen möchte ich auch noch was loswerden, weil das jetzt schon wieder so in Richtung "böse Veranstalter, die ihre Lagergruppen nicht zahlen" geht: Hier muss man nämlich meiner Meinung nach differenzieren. Ein Lagergruppe auf einem Mittelaltermarkt hat einen erheblichen Aufwand, Vorbereitungen, Ausrüstung, Fahrtkosten, Zeit, etc., und mindestens für die sollte sie auf jeden Fall angemessen "entschädigt" werden, das steht außer Frage.
Aber als NSC dort zu "arbeiten" ist nochmal was ganz anderes: erstmal sollen hier wohl eher Leute aus der Region angesprochen werden, die nicht erstmal astronomische Fahrtkosten aufwenden müssen, um überhaupt dort hinzukommen. Ausrüstung, Kleidung, Waffen etc. werden gestellt, so dass der Aufwand für den NSC nun wirklich minimal ist. Im Endeffekt ist das ein Hobby, eine Freizeitbeschäftigung, und sollte es da nicht hauptsächlich um den Spaß gehen und nicht darum, ob man dafür bezahlt wird? Ich denke, das muss jeder für sich selbst entscheiden.
Ich würde die Kritik einsehen, wenn Weltentor sich an dieser "billigen Arbeitskraft" dumm und dämlich verdienen würden wie manche Marktveranstalter, aber denen gehts im Moment finanziell selber nicht gut und die sind froh und dankbar für jeden, der das Projekt unterstützt, auf welche Weise auch immer. Und wenn sie irgendwann finanziell besser dastehen, dann kann vielleicht auch über eine Bezahlung nachgedacht werden.

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4. Kommentar von Narr am 06.08.2009 um 13:59

Weltentor und mehr
Also da muss ich ja sogar von meinen Urlaub aus einen Kommentar abgeben.

Ich wurde fuer 4 Termine in der Hauptsaison gebucht (das war im Februar) auf mein nachfragen hin ob eh alles passt wurde mir von den Herrn bei Artfull sounds (die machten die Buchung fuer den Themenpark) gesagt alles in Ordnung sie freuen sich auf mein kommen.

Aber eine bestaetigung meines Vertrages wurde mir trotzdem nicht zurueck gesendet.

Ich wusste mitlerweilen von Angus das die ein paar Termine von ihm storniert haetten wegen angeblicher Insolvenz.

Ich fragte nochmal nach und siehe da der Herr von Artfull sounds war nichjt mehr zustaendig sondern beklagte sich bei mir das er noch Gage zubekommen habe.
Daraufhin kontaktierte ich den Park selbst und der meinte drei Wochen vor den ersten Termin zu mir: aeehh ja wir haben einen Masseverwalter und sie benoetigen meine Dienste nicht, und am, ersten August haben sie den Termin bei Gericht (arbeiten Gerichte in Deutschland auch am Samstag).

Der Herr Chef dort meinte es tut ihm eh leid aber .....

Naja wo ich das doch eh bloss Hauptberuflich mache, und vier Termine sind doch auch kein Geld und mann sollte sich auch ja nicht bei einen Akteur persoenlich melden wenn mann ihn sich unvorhergesehen plotzlich nicht mehr leisten kann.

Meine Meinung behalte ich wohl besser fuer mich

euer not amused Narr

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5. Kommentar von Umbra am 14.08.2009 um 16:44

Pleite!
Laut "Karfunkel" (83) ist Weltentor den Bach runter gegangen. Größerer Bericht Seite 95.
Viele markige Worte im Vorfeld und nichts dahinter, ist ja nicht das erste Mal das soetwas passiert.

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6. Kommentar von Florian Machl (Administrator) am 14.08.2009 um 16:51

siehe...
Letzter Absatz: "Der Themenpark hatte bereits kurz vor der Eröffnung Insolvenz angemeldet."

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